Mit einem Hypothekarkredit zu den eigenen vier Wänden

Für die meisten Menschen ist der Hypothekarkredit der Schlüssel zur eigenen Immobilie – von Hauskauf bis Bauprojekt oder Sanierung. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Für wen eignet sich diese Finanzierungsform, und was gilt es zu beachten?


Was ist ein Hypothekarkredit?

Ein Hypothekarkredit – auch als Wohnkredit bekannt – ist eine Finanzierung, die meist über längere Laufzeiten abgeschlossen und in Raten zurückgezahlt wird. Als Sicherheit dient dabei Ihre Immobilie: Die Bank trägt sich ins Grundbuch ein – das gibt ihr im Notfall das Recht, die Immobilie zu verwerten, falls Sie den Kredit nicht zurückzahlen können.

Wofür eignet sich ein Hypothekarkredit?

  • Kauf eines Grundstücks, einer Wohnung oder eines Hauses
  • Bau einer Immobilie
  • Sanierung oder Modernisierung eines bestehenden Objekts

Warum ist er so beliebt?

  1. Geringeres Risiko für die Bank – bessere Konditionen für Sie.
    Da die Bank durch die Eintragung ins Grundbuch abgesichert ist und die Prüfung im Vorfeld sehr genau erfolgt, sind die Zinsen deutlich niedriger als bei anderen Finanzierungsformen.
  2. Langfristige Planungssicherheit
    Hypothekarkredite laufen oft über 20 bis 30 Jahre. Das gibt Ihnen klare monatliche Raten und langfristige Planungssicherheit.
  3. Flexible Zinsmodelle
    Je nach Bank und individueller Situation können Sie zwischen Festzins und variablen Zinsmodellen wählen.
  4. Sie bleiben Eigentümer
    Trotz der Eintragung der Bank ins Grundbuch bleiben Sie rechtmäßige:r Eigentümer:in der Immobilie.

Wie bekomme ich einen Hypothekarkredit?

Die Bank prüft im Vorfeld sehr genau, ob sie Ihnen einen Hypothekarkredit gewährt. Wichtige Aspekte sind dabei Ihre Einkommenssituation sowie die Bewertung der Immobilie. Fällt diese Prüfung positiv aus, haben Sie die Möglichkeit, relativ hohe Kreditsummen zu erhalten.

Wie funktionieren Grundbuch und Eigentum?

Sie behalten die Eigentumsrechte an Ihrer Immobilie – und das ist der besonderen Struktur des Grundbuchs zu verdanken. Das Grundbuch ist das offizielle Register für Immobilien in Österreich, das nicht nur als Eigentumsverzeichnis, sondern auch als Urkundensammlung dient.

Es besteht aus drei Blättern:
BlattInhalt
A-BlattInformationen zum Grundstück (z.B. Nummer, Größe, Art der Nutzung sowie Rechte wie Zufahrten)
B-BlattInformationen zu Eigentümer:innen und ihren Anteilen (z.B. durch einen Kaufvertrag)
C-Blatt (Lastenblatt)Dokumentation von Belastungen, die das Eigentum einschränken – z.B. Wohnrechte, Veräußerungs- und Belastungsverbote sowie Pfandrechte der Bank

Die Pfandrechte bilden die Grundlage für einen Hypothekarkredit. Die Bank kann ihr Pfandrecht nur nutzen, wenn Sie den Kredit nicht wie vereinbart zurückzahlen. In diesem Fall darf sie die Immobilie verwerten – zum Beispiel durch einen Verkauf –, um ihre Forderungen zu decken.

Was muss ich beim Grundbucheintrag bedenken?

Die Eintragung ist mit einmaligen Abgaben an den Staat verbunden. Diese werden zu Beginn der Finanzierung von der Bank verrechnet. Die Höhe wird prozentual vom Finanzierungsbedarf berechnet und ist nicht verhandelbar.

Was passiert, wenn ich den Kredit zurückgezahlt habe?

Sobald Sie den Kredit vollständig zurückgezahlt haben, verliert das Pfandrecht der Bank seine Gültigkeit – und muss aus dem Grundbuch gelöscht werden.

Wichtig!

Halten Sie Ihr Grundbuch immer aktuell. Informieren Sie das zuständige Bezirksgericht nicht nur über die Löschung von Pfandrechten, sondern auch über andere Änderungen wie Namensänderungen nach Heirat oder Scheidung

Kann jede Immobilie mit einer Hypothek finanziert werden?

Leider nein.


In bestimmten Fällen ist es der Bank nicht möglich, sich ins Grundbuch eintragen zu lassen. Das sind zum Beispiel:

  • Genossenschaftswohnungen
  • Pachtgründe

Generell ausgenommen sind außerdem:

  • Einrichtungsgegenstände
  • Immobilien im Ausland (z.B. Ferienhäuser oder Apartments)

Lösung:

Besitzen Sie bereits eine Immobilie in Österreich?
Dann kann eventuell eine Simultanhypothek helfen, bei der Ihre bestehende Immobilie als Sicherheit für ein weiteres Objekt dient – vorausgesetzt, der Wert des bestehenden Objekts ist hoch genug.

Für diese Ausnahmen lassen sich in der Regel alternative Finanzierungslösungen finden.

Fazit: Ist der Hypothekarkredit die richtige Immobilienfinanzierung für Sie?

Ein Hypothekarkredit bietet viele Vorteile: niedrige Zinsen, langfristige Planung und die Möglichkeit, Ihre Traumimmobilie zu finanzieren. Wie bei jeder Finanzierung gibt es aber auch hier Punkte, die Sie beachten sollten.

Checkliste für Ihren Hypothekarkredit:
  • Prüfen Sie Ihre Einkommenssituation und Bonität.
  • Lassen Sie die Immobilie von der Bank bewerten.
  • Vergleichen Sie Zinsmodelle und Konditionen.
  • Klären Sie, ob Ihre Wunschimmobilie für eine Hypothek infrage kommt.

Fragen Sie sich:

Passt die monatliche Rate zu meinem Budget? Bin ich auf mögliche Zinsänderungen vorbereitet?